In der Heimatstadt meines Mannes, im badischen Oberachern, haben Schülerinnen und Schüler der Antoniusschule zusammen mit Freiwilligen des Heimat- und Verschönerungsvereins Oberachern (HVO) ein riesiges Insektenhotel gebaut. Die Erbauer nennen es Wildbienenstadt.

Die Wildbienenstadt wartet auf ihre Bewohner.
Die Wildbienenstadt wartet auf ihre Bewohner.

Neben den Schülerinnen und Schülern haben örtliche Firmen wie das Bauunternehmen Karl Früh, das Kranunternehmen Berger und das Sägewerk Keller dazu beigetragen, dass die Idee von Bernhard Keller, Vorsitzender des HVO, Wirklichkeit werden konnte. Jetzt sitzt die Wildbienenstadt stolz am Lärmschutzdamm des Sägewerks Keller, umgeben von einer von Kindergartenkindern gesäten Blumenwiese, bereit für den Einzug der ersten Bewohner.

Über 100 Häuser

Die Kinder haben die einzelnen Häuser der Bienenstadt zusammen mit den freiwilligen Helfern im Werkraum der Schule gebaut. Jedes Kind durfte sein eigenes Insektenhaus bauen und seinem Insektenhaus jeweils seinen Namen und eine Hausnummer geben. Bekanntlich kennt die Fantasie von Kindern jedoch keine Grenzen. Deshalb gibt es jetzt neben den Häusern mit den Namen der Kinder unter anderem auch ein Hotel, eine Schule, ein Rathaus, eine Apotheke und einen Laden. Die Stadt beherbergt mehr als 100 Häuser. Eine „Stadtmauer“ mit einer Breite von mehr als drei Metern, zwei Metern Höhe und fast einem Meter Tiefe sowie einem Dach schützt die Stadt vor Regen.

Kinder haben die einzelnen Insektenhäuser gebaut.
Kinder haben die einzelnen Insektenhäuser gebaut.

Ganz Oberachern ist stolz auf die neue Wildbienenstadt und hofft auf zahlreiche Bewohner, denn Insektenhotels sind ein Ersatz für geschützte Plätze, Nischen und Unterschlüpfe in der Natur, die immer seltener werden. Besonders freuen sich die Kinder und der HVO-Vorsitzende Bernhard Keller darüber, dass das Südwestfernsehen in der Landesschau am 1. Juli einen Beitrag über das Projekt gesendet hat.

Ich finde es toll, dass Unternehmen, der Heimat- und Verschönerungsverein sowie die Schule zusammengearbeitet haben, um Schulkindern ein außergewöhnliches Erlebnis zu ermöglichen und etwas für die Natur zu tun. Ich wünsche den Stadterbauern, dass bald viele Wildbienen in der Bienenallee wohnen.

Fotos: Klaus Przyklenk