Letzte Woche habe ich Marion Mück kennengelernt. Sie betreibt zusammen mit ihrem Mann Horst eine Werbeagentur in Stuttgart, „DIE INSEL“. Das Bemerkenswerte an ihr ist die Energie, mit der sie sich für die Menschen in Burma, ganz besonders für Kinder, engagiert.

Marion und Horst Mück
Marion und Horst Mück

Sie hat Burma im Urlaub kennengelernt und, nachdem 2008 ein Zyklon ganze Dörfer verwüstete, kurzentschlossen gehandelt und den gemeinnützigen Verein „Projekt Burma“ gegründet.

Das Projekt Burma trat ungeplant in mein Leben. Wir hatten das Land und seine Menschen schon während unserer Urlaubsreise Ende 2007 ins Herz geschlossen und waren damals in Kontakt mit unserem jungen Reiseleiter Soe Naing und seiner Frau Thiri geblieben, die heute das Projekt vor Ort leiten“, erzählt Marion Mück. „Als dann im Mai 2008 der Zyklon Nargis weite Teile des Deltas in Burma zerstörte, 134.000 Tote und Vermisste forderte und Tausende obdachlos wurden, hatte ich Mitleid mit den Menschen. Also habe ich einfach gehandelt. Und irgendwann habe ich gemerkt: Du kommst da nicht mehr raus.“

Kinder von Burma
Kinder von Burma

Mit Unterstützung des Vereins wurden mittlerweile mehrere durch den Zyklon zerstörte Dörfer wieder aufgebaut, Brunnen, sanitäre Anlagen und Schulen errichtet und Impfaktionen durchgeführt.

Das nächste Projekt soll ein Gesundheitszentrum in Thazin am Golf von Bengalen sein, unweit einer von Projekt Burma errichteten Schule.

„Meine Tochter ist Hebamme, mein Schwiegersohn Gynäkologe. Sie kennen viele Ärzte. Wir hoffen, dass uns die Regierung erlaubt, dass in dem Gesundheitszentrum deutsche Ärzte freiwillig für jeweils drei oder vier Wochen arbeiten“, sagt Marion Mück, „denn eigentlich dürfen in den Gesundheitszentren nur Schwestern tätig sein.“


Sammeln bei Kunden und Lieferanten

Dorf in Burma
Dorf in Burma

Seit es das Projekt Burma gibt, wird das Weihnachtsevent der Agentur zum Spenden sammeln genutzt. Dafür wurde bereits ein Konzert organisiert, von Spitzenköchen handsignierte Küchenschürzen verkauft und Designer-Shoppingbags mit von der Chefin selbst Gebackenem gefüllt. Auch in diesem Jahr ist Marion Mück wieder in der Küche gefordert: „In unseren neuen Räumen in Filderstadt gibt es ein großzügiges Treppenhaus. Für die Aktion „Auf die Treppe, fertig, los“ werden wir dort 130 rote Nikolaussäcke mit Selbstgemachtem aufstellen und an unsere Gäste verlosen. Der Erlös fließt in unsere Projekte nach Burma.“

Mitarbeiter der Agentur haben außerdem vier Weihnachtskarten entworfen, die man über die Website des Vereins ordern kann. „Durch unsere Beziehungen zu Kunden und Lieferanten erhalten wir auch den Druck umsonst oder stark verbilligt“, freut sich Marion Mück. Selbst auf dem Tübinger Weihnachtsmarkt ist Projekt Burma e. V. präsent. „Ohne die Unterstützung durch unsere Mitarbeiter und meine Tochter Tina würde ich das gar nicht schaffen.“

Betreuung der Zyklon-Opfer
Betreuung der Zyklon-Opfer

Doch die Vorweihnachtszeit ist nicht die einzige Zeit, in der die Vereinsvorsitzende Unterstützung braucht. Alle eineinhalb Jahre verabschiedet sie sich für einige Wochen nach Burma, um sich dort persönlich vom Fortschritt der Projekte zu überzeugen, sich mit den Mitarbeitern vor Ort zu besprechen und neue Projekte anzustoßen. Dabei wohnt sie nicht in einem Touristenhotel, sondern in den Dörfern, in denen die Projekte des Vereins laufen.

Die Unternehmerin stören die einfachen Bedingungen nicht, denn durch ihre Adern fließt ein kräftiger Schuss Abenteuerlust. So setzen die Mücks auch eher auf Abenteuerurlaub und paddeln mit dem Boot durch Südafrika anstatt am Pool eines Luxushotels zu liegen. Auch der Himalaya steht noch auf der Wunschliste.

Kein Luxus, sondern Selbsthilfe

Der Verein möchte in Burma beziehungsweise Myanmar, wie das Land offiziell genannt wird, Hilfe zur Selbsthilfe bieten, Armut lindern und vor allem den Kindern Bildung ermöglichen. Kinder liegen der Vereinsgründerin ganz besonders am Herzen. „Kindern aus den ärmsten Familien sowie Waisen möchten wir durch Patenschaften die Chance auf eine bessere Zukunft bieten. 45 gibt es schon. Ein weiterer Erfolg ist, dass sich die ersten beiden Dörfer, denen wir nach dem Zyklon Hilfe geleistet haben, bereits nach einem Jahr wieder selbst versorgen konnten. Wir wollen den Menschen keinen Luxus finanzieren, sondern ein menschenwürdiges Leben ermöglichen.“

Hilfe zur Selbsthilfe
Hilfe zur Selbsthilfe

Der von Marion Mück gegründete Verein ist seit Juli 2009 als gemeinnützig anerkannt. Alle Spenden kommen fast zu 100 Prozent bei den Bedürftigen an, denn die Mitglieder und Helfer in Deutschland und Burma sind unentgeltlich für den Verein tätig. Er engagiert sich ausschließlich in dem südostasiatischen Land, das etwa zweimal so groß wie Deutschland ist und etwa 55 Millionen Einwohner zählt. 25 Prozent der Bevölkerung leben dort unterhalb der Armutsgrenze.

Seit 1962 regiert das Militär. Unzählige Vorschriften und Beschränkungen sowie eine eingeschränkte Reisefreiheit für Ausländer machen die Verwirklichung der Projekte mitunter zu einer schwierigen Angelegenheit. „Man lernt, Kompromisse einzugehen und sich zu gedulden“, sagt die Vereinsvorsitzende. „Aber wir sehen, dass sich unsere Arbeit lohnt. Drei unserer Patenkinder werden das Abitur machen, eines studiert schon. Kinder lernen am schnellsten.“

Tipp: Mehr Informationen und Bestellformulare für Mitgliedschaft, Patenschaften und natürlich für die von den Agenturmitarbeitern entworfenen Weihnachtskarten finden Sie unter www.projekt-burma.de