Würde man die großen Strömungen dieses Jahrtausends beschreiben, müsste man wohl als erstes den Wandel nennen. Die Welt verändert sich in rasendem Tempo. Ganze Geschäftsmodelle gehen den Bach runter, Produkte, die heute noch angesagt sind, können schon morgen Ladenhüter sein. Gerade durch das Internet entstehen dagegen ständig neue Geschäftsmodelle. Eigentlich müssen Unternehmen schon heute wissen, was der Kunde in zwei, fünf und sieben Jahren will.

Doch woher? Die Glaskugel hilft sicher nicht weiter. Trendforscher können Unterstützung bieten.

Trendbeobachter Haas
Trendbeobachter Haas mit seinem individuell zusammengestellten Fahrrad.

Der Trendbeobachter Mathias Haas aus Stuttgart hat für Unternehmen einen ungewöhnlichen Rat: „Unternehmen sollten sich ab und zu fragen, was sie ab morgen nicht mehr tun werden“, empfiehlt er. „Die meisten fragen sich, was sie noch alles tun sollten. Etwas nicht zu tun, produziert Profil. Ich zum Beispiel lehne es ab, Galamoderationen zu machen. Dadurch unterscheide ich mich von anderen Rednern und Moderatoren. Ich fokussiere auf Workshops und Tagungen.“ Solche Überlegungen würden eventuell in anderen Kernkompetenzen oder sogar neuen Geschäftsmodellen münden. „Heute ist es schon möglich, Heizung und Energieverbrauch in einem Haus über eine Software zu steuern, demnächst mit einer App“, so Haas weiter. „Weshalb sollte der Kaminbauer da nicht überlegen, ob er nicht mehr IT-Kompetenz braucht und stattdessen weniger Ofenbauer?“

Nach Haas brechen neue Themen und Trends nicht über Nacht über die Unternehmen herein. Sie entwickeln sich über fünf bis zehn Jahre. Es gehe darum, sie richtig einzuordnen und miteinander zu verknüpfen. Bei neuen Mobilitätskonzepten zum Beispiel spielten abnehmende Ressourcen, Umweltbewusstsein, Digitalisierung und Wertewandel in der Gesellschaft eine Rolle.

Megatrends beobachten

Klaus Burmeister, Gründer und einer der geschäftsführenden Gesellschafter der Z-punkt GmbH sieht derzeit 20 zentrale Megatrends. Drei davon – den demografischen Wandel, die digitale Kultur und den veränderten Umgang mit Ressourcen, der Umwelt und der daraus abgeleiteten Forderung nach Nachhaltigkeit nennt er als die wichtigsten. Jeder dieser Megatrends habe nicht nur eine Auswirkung auf die Unternehmen, sondern eine Vielzahl. Der demografische Wandel bewirke natürlich einen Fachkräftemangel. Durchschnittliche ältere Belegschaften würden aber auch nachlassende Innovationsfähigkeit bedeuten. Die Weiterbildung älterer Arbeitskräfte, die Aktivierung weiblicher Arbeitskräfte und die Integration von Arbeitskräften mit Migrationshintergrund würden an Bedeutung gewinnen. Auch die Produktwelten müssten sich langfristig der älter werdenden Kundschaft anpassen. Jeder Megatrend habe ähnlich viele Auswirkungen auf die Unternehmen.

Burmeister rät Unternehmen, sich einmal jährlich mit den Megatrends und ihren Auswirkungen zu befassen: „Das gibt dem Unternehmen eine Orientierungshilfe, hilft bei Entscheidungen und verleiht ein Gefühl für Veränderungen. Unternehmen, die sich regelmäßig mit Megatrends befassen, sind erfolgreicher.“

Tipp: Auf www.z-punkt.de finden sich nicht nur Informationen zu den relevanten Megatrends, sondern auch Studien über die Auswirkungen von Megatrends auf bestimmte Branchen, auf Führungskräfte oder die Zukunftsperspektiven der Wertschöpfung. Weitere interessante Seiten in diesem Zusammenhang sind auf www.iknowfutures.eu.