Ich kann es nicht mehr hören und nicht mehr lesen: Donald Trump auf allen Kanälen. Jeder Tweet, jede Provokation, jedes noch so populistische Gewäsch wird tausendfach wiederholt. Natürlich, ein US-Präsident hat große Macht und der Einfluss der USA ist nicht zu unterschätzen. Und ja, es ist nicht gerade beruhigend, wenn ein Mensch wie Trump den Finger auf dem roten Knopf hat. Auf der anderen Seite haben ihn die Amerikaner nun einmal gewählt. Die Weltgemeinschaft wird mit ihm auskommen müssen, auch wenn sie ihn nicht liebt.

Man wird sicherlich mit ihm sprechen müssen. Schließlich sprechen die Regierungen Westeuropas auch mit Putin, Erdogan Al-Sisi & Co. Letztlich wird es darauf ankommen, wie viele und welche Zugeständnisse Trump gemacht werden. Das wird nicht nur eine Herausforderung für Politiker werden, sondern auch für die Unternehmen aus aller Welt, denen Trump vorzuschreiben versucht, wo sie zu produzieren haben. BMW hat auf die Erpressung gelassen und konsequent reagiert – vernünftig.

Die USA sind ein demokratisches Land. Auch ein US-Präsident kann nicht jeden Hirnfurz durchsetzen. Der Kongress hat ein gewichtiges Wort mitzureden und dort sieht man Trump durchaus kritisch, auch in der eigenen Partei. Gerichte üben eine weitere Kontrollfunktion aus. Und letztlich sollte man auch die Amerikaner selbst nicht unterschätzen: Die ersten Demonstrationen haben gezeigt, dass Hunderttausende bereit sind, gegen den neuen Präsidenten auf die Straße zu gehen. Man sollte darüber berichten und diskutieren, anstatt jeden von Trumps schmalspurigen Tweets zu wiederholen und zu kommentieren. Viel wichtiger als darüber zu spekulieren, was er wohl tun wird, wird es sein, auf das, was Trump tatsächlich tut, angemessen zu reagieren.