Anfangs schien es nur ein Hype, Zukunftsmusik in den großen Konzernen. Mittlerweile beginnt Industrie 4.0 jedoch auch im Mittelstand Realität zu werden. Die vierte Industrielle Revolution ist zwar noch keineswegs vollendet, hat aber längst begonnen. Und wie es bei Revolutionen so ist, wird sie diejenigen, die sich ihr verschließen, langfristig hinwegfegen. Grund genug für alle Unternehmen, sich intensiv mit dem „Internet der Dinge“ auseinanderzusetzen, auch wenn wir „für die Endausbaustufe von Industrie 4.0 sicher noch ein bis zwei Jahrzehnte benötigen“, wie Prof. Dr. –Ing. Thomas Bauernhansl vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA)sagt.

Industrie 4.0

Die Potenziale sind enorm. Die deutsche Akademie der Technikwissenschaften nimmt in einer Schätzung an, dass Unternehmen mittels Industrie 4.0 ihre Produktivität um 30 Prozent steigern können. Das Fraunhofer-IAO und Bitkom gehen in einer gemeinsamen Studie von 2014 davon aus, dass mittels Industrie 4.0 die deutsche Bruttowertschöpfung bis zum Jahr 2025 kumuliert um 267 Milliarden Euro steigen könnte.

Den Mittelstand plagt nach wie vor die Angst, abgehängt zu werden oder nicht über die notwendigen Ressourcen für den großen Sprung zu verfügen. Häufig hört man: „Das ist nur etwas für die Großen.“ Falsch, denn schließlich ist Flexibilität schon immer eine große Stärke der KMU. Sie sind es gewohnt, sich an veränderte Rahmenbedingungen und die Wünsche ihrer Kunden anzupassen. Industrie 4.0 gibt ihnen die Möglichkeit, dabei noch besser zu werden und gleichzeitig mehr zu verdienen. Sicherlich erfordert das zunächst einmal Investitionen, von denen m an noch nicht weiß, wann sie sich amortisieren werden, doch die Investitionen müssen nicht auf einmal getätigt werden. Viele Unternehmen befinden sich bereits auf dem Weg zur Industrie 4.0, weil sie ihre Prozesse effizienter gestalten wollten, ihre Kunden bestimmte Anforderungen stellten oder sie ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen wollten. Dr.-Ing. Christof Bönsch, Geschäftsführer der Komet Group in Besigheim, rät in einem Gespräch mit dem Unternehmermagazin „Die News“ zu Gelassenheit und Pragmatismus.