Gedankensplitter

In meinen Gedankensplittern stelle ich Ihnen Themen vor, die sich aus meiner Arbeit ergeben, die ich besonders interessant finde, Anstöße, über die sich das Nachdenken lohnt.

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Unser Gehirn ist eine träge Masse – das wissen wir schon lange. Veränderung mag es nicht. Wir denken gerne in den gewohnten Bahnen. Querdenken ist uns zu anstrengend und wird uns meistens sowieso recht früh ausgetrieben. Unser eingleisiges Denken führt leider häufig dazu, dass wir mit unserem größten Pfund, der Kommunikationsfähigkeit, nicht wuchern können, sondern dass jede Kommunikation auf dem Abstellgleis der vorgegebenen Pfade landet.

Jeder von uns kennt die Situation: Man sitzt in der S-, U- oder Straßenbahn, liest Zeitung oder unterhält sich oder schaut zum Fenster hinaus oder schläft. Auf einmal die Aufforderung „Fahrscheine bitte“ – eine Kontrolle. Auch diejenigen, die einen gültigen Fahrschein haben, fühlen sich genervt, weil sie die Zeitung weglegen und den Fahrschein herauskramen müssen. Fahrscheinkontrolle ist eine Unterbrechung, die nie willkommen ist. Entsprechend fallen die Reaktionen aus: Augenrollen, patzige Bemerkungen usw. Man kennt das.

In der Samstagsausgabe der Stuttgarter Zeitung habe ich einen Artikel gelesen über ein Hochdeutsch-Wörterbuch für Gebärden. Anscheinend gibt es auch unter Gehörlosen Dialekte, die für den Austausch ein Hemmnis sind. Deshalb erscheint Ende März im Verlag Karin Kestner „Das große Wörterbuch der Gebärdensprache“. Für jedes Wort haben die Autoren eine Gebärde festgelegt, heißt es. Wie viele Wörter es wohl sein mögen?