Gedankensplitter

In meinen Gedankensplittern stelle ich Ihnen Themen vor, die sich aus meiner Arbeit ergeben, die ich besonders interessant finde, Anstöße, über die sich das Nachdenken lohnt.

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Ich gebe es zu: Ich bin ein Fan von Prof. Manfred Spitzer, Hirnforscher und Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Ulm. Sein Vortrag „Ist Kreativität lernbar? Erkenntnisse aus der Hirnforschung“ auf dem Kommunikationskongress in Berlin am 28. September war also eher Vergnügen als Pflicht. Der Professor bescherte seinen Zuhörern wieder jede Menge neue Erkenntnisse über die Art und Weise wie der Mensch lernt und natürlich über das Gehirn. Zum Beispiel, dass der Mandelkern uns dazu bringt, ganz eng auf eine Sache zu fokussieren, wenn wir Angst haben.

Gestern habe ich mir den Nachmittag frei genommen, um endlich einmal die neue Stuttgarter Stadtbibliothek am Mailänder Platz zu besichtigen. Und ich war begeistert. Was für ein Unterschied zu den muffigen Bibliotheken, die ich aus meiner Studentenzeit kenne und was für eine wunderbare Architektur. Wenn man im obersten Stockwerk steht und in den Kubus mit seinen Treppen hinabschaut, fühlt man sich zwischen Harry Potter und einem Gemälde von Escher, nur viel aufgeräumter und übersichtlicher.

Am 1. und 2. Dezember habe ich das World Creativity Forum 2009 besucht. Es stand unter dem Motto „...where creativity meets technology“. Seit 2004 findet die Veranstaltung des internationalen Netzwerks „Districts of Creativity“, in dem sich die 13 innovativsten und kreativsten Regionen der Welt zusammengeschlossen haben, einmal jährlich in einer anderen Region statt. Rund 2.000 Teilnehmer aus aller Welt haben sich dieses Mal in Ludwigsburg zum Austausch über die neuesten Entwicklungen in der Kreativwirtschaft getroffen und Kontakte angebahnt oder weiter entwickelt.

Es ist eine Binsenweisheit, dass das was wir sagen, oft nicht das ist, was wir meinen. Nicht von ungefähr gibt es Sätze wie „man muss zwischen den Zeilen lesen.“ Kommunikation ist bedeutend vielschichtiger, als wir uns das vorstellen. Der Hamburger Psychologe und Kommunikationstrainer Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun hat zum besseren Verständnis, wie Kommunikation abläuft, das Vier-Ohren-Modell, auch Vier-Seiten-Modell oder Kommunikationsquadrat, entwickelt.

Ich schreibe Reden für andere Menschen. Das Themenspektrum reicht von der Rede auf einer Geburtstagsfeier bis hin zur Weihnachtsansprache für Mitarbeiter. Manche Reden sollen nur unterhaltend und launig sein, in anderen sollen auch für die Zuhörer unangenehme Dinge gesagt werden. Doch egal, um welches Thema es sich handelt. Es gibt ein paar Grundsätze, die jeder, der eine Rede halten möchte, beachten sollte.

Neulich besuchte ich einen Kunden. Das bedeutete eine dreistündige Bahnfahrt hin und drei Stunden zurück. Ich nahm mir vor zu arbeiten. Auf der Hinfahrt wurde daraus nichts. Neben mir saß nämlich ein Pilot der Condor, mit dem ich mich wunderbar unterhielt. Die drei Stunden vergingen wie im Flug. Der Mann konnte nämlich unterhaltsam und spannend erzählen. Ich erfuhr in diesen wenigen Stunden nicht nur etwas über ihn, sondern auch über seinen Beruf, Billigflieger, Flugpassagiere und fremde Länder.

Kommunikation ist schwierig genug. In Konfliktsituationen läuft oft alles aus dem Ruder. Da wird gemauert, geschrieen, angeklagt – oft kommt es zum Patt, weil keiner nachgeben will. Es geht nur noch darum, wer Sieger und wer Verlierer ist. „Das ist das eigentliche Problem“, sagt Jutta Knauer, Beraterin und Coach für Familienunternehmer und Führungskräfte. „Bei der Lösung eines Konflikts müssen alle Beteiligten von dem Gedanken abkommen, dass es Sieger und Verlierer gibt.