Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Woran liegt es, dass die Deutschen so ungern ein Unternehmen gründen? Liegt es an der überbordenden Bürokratie, die mit der Gründung und Führung eines Unternehmens verbunden ist? Geht es uns zu gut? Ist ein gut bezahlter Job bei einem renommierten Unternehmen attraktiver? Werden junge Menschen nicht ausreichend auf die Selbstständigkeit vorbereitet? Ist Unternehmer zu sein, gesellschaftlich nicht anerkannt?

Bei der Recherche habe ich sehr unterschiedliche Antworte erhalten. Eine Erkenntnis ist, dass es in Deutschland vor allem an einer Kultur des Scheiterns fehlt. Das beginnt schon in der Schule: Man versucht, Schwächen auszumerzen statt auf Stärken aufzubauen. Misserfolge sind nicht gern gesehen. Wer scheitert, sieht sich zudem oft mit Häme und Spott konfrontiert. Und auch die Universitäten kommen nicht ungeschoren davon, denn dort wird bis auf wenige Ausnahmen in erster Linie für einen Job in großen Konzernen ausgebildet und nicht für die Selbstständigkeit.

Fuck-up Night
Auf der Fuck-up Night in Düsseldorf wird Scheitern öffentlich gemacht. (Foto: Nicolai Unrein)

Start-ups denken anders

Doch so langsam scheint zumindest bei jungen Start-up-Gründern ein Umdenken einzusetzen. Sie gehen anders an die Dinge heran als etablierte Unternehmen und auch mit dem Scheitern setzen sie sich positiv auseinander. Die Fuck-up Nights sind dafür ein Beispiel. Dort erzählen junge Unternehmer öffentlich von ihrem Scheitern. Hier: familienunternehmer-news finden Sie einen Artikel, den ich dazu veröffentlicht habe.

Mit Mladen Panov habe ich einen jungen Unternehmer getroffen, der sein erstes Unternehmen in den Sand setzte, aber nicht wegen bürokratischer Hemmnisse oder zu wenig Geld, sondern weil er und seine Mitstreiter so fasziniert von ihrer Idee waren, dass sie darüber den Markt vergessen hatten. Doch die drei Gründer haben sich nicht unterkriegen lassen und es noch einmal versucht. Heute betreiben sie ein erfolgreiches Unternehmen und beraten sowohl etablierte Unternehmen und Konzerne als auch junge Gründer. Einen Artikel dazu finden Sie hier: familienunternehmer-news .