Freitag, 18. Mai 2012

Solar Taxi - Innovation beginnt in den Köpfen

Am 8. September fand im Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München der 5. Unternehmergipfel Innovation statt. Mit Teilnehmern aus Politik, Wissenschaft und mehreren hundert Unternehmern wurde im Plenum und den Foren über verschiedene Aspekte der Innovation diskutiert.

Teilnehmer waren unter anderen der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums, Experten der Unternehmensberatung A. T. Kearney und der Otto Wassermann AG sowie aus verschiedenen Unternehmen, die aus der Praxis berichteten.

Innovation

Die wichtigsten Erkenntnisse waren wohl, dass Innovation Freiräume braucht, um sich zu entwickeln und dass eine gute Idee erst zur Innovation wird, wenn sich jemand findet, der das Wagnis eingeht, sie auf den Markt zu bringen. Außerdem brauche es für Innovation das richtige gesellschaftliche Umfeld, eine Wagniskultur statt einer Risikokultur, denn Innovation beginne in den Köpfen. In Deutschland gebe es jedoch immer noch zu viele Bedenkenträger. Im Grunde keine neuen Erkenntnisse. Für die anwesenden Unternehmer am wichtigsten war die Möglichkeit, zu sehen, wie es die anderen machen und daraus etwas für ihre eigene unternehmerische Praxis mitzunehmen. Am Anfang jeder Innovation steht zwar in der Regel eine gute Idee, aber der Rest – die Umsetzung bis zur Marktreife und Markteinführung – ist harte Arbeit.

Solar Taxi in Utah

Der Schweizer Louis Palmer, der den Abschlussvortrag hielt, riss noch einmal alle Zuhörer mit sich, obwohl er kein einziges Mal das stark strapazierte Wort Innovation in den Mund nahm. Er erzählte von seinem Solar-Taxi und seiner Idee einer emissionsarmen – oder noch besser: einer emissionsfreien – Welt. Um dafür zu werben, reiste er mit seinem Solar-Taxi um die Welt und organisiert Touren mit Fahrzeugen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Damit verändert er die Welt in den Köpfen der Menschen.

Gelebte Innovation: das Solar-Taxi

Solar-Taxi auf dem Walk of Fame

Mit Hilfe eines Unternehmens, der Hochschule Luzern und rund 200 freiwilligen Helfern entstand ein „Solar-Taxi“ mit Anhänger, auf dem ebenfalls Solarzellen montiert waren. Damit fuhr der Schweizer in 18 Monaten einmal rund um die Welt – 54.000 Kilometer durch 38 Länder. „Ich wollte beweisen, dass ein Fahrzeug, das mit erneuerbarer Energie angetrieben wird, alltagstauglich ist“, sagte Palmer. Das hat er zweifellos. Sogar UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon fuhr im Solar-Taxi mit, ebenso wie der Schauspieler Larry Hagman. Durch Syrien ging es mit Polizeieskorte, im indischen Bombay begleitete ihn eine Eskorte der lokalen Hells Angels, er besuchte das UNO-Hauptquartier in Wien und die Weltklimakonferenz auf Bali. Das Solar-Taxi fuhr über den Walk of Fame in Hollywood und durch Utah.

Station China

Überall unterwegs entdeckte Palmer innovative Klimaschutz-Projekte: in Malaysia ein Haus auf Autoreifen, das nicht einmal eine Klimaanlage brauchte. „Außen herrschten 40 Grad Celsius, innen konstant 26“, erzählt der Solar-Globetrotter begeistert. In Kanada besichtigte er ein Strohhaus. Überall außer in Australien, dem größten Kohleexporteur weltweit, warteten die Presse und neugierige Menschen. „Am Besten hat es mir in China gefallen“, sagt Palmer. „China macht mir Hoffnung. Dort fahren schon so viele E-Bikes und auf unzähligen Dächern befinden sich solarthermische Anlagen.

Solar Taxi

Die Investitionen in erneuerbare Energien sind riesig.“ Entsprechend wurde der Weltumrunder empfangen. Überall jubelten die Menschen. Zu Ende ging die Reise auf der Weltklimakonferenz in Paris. 770 Millionen Menschen haben dank Internet von der Reise gehört. Für Palmer ein Zeichen weiterzumachen. Drei Teams starteten 2010 von Genf aus zu einer Reise mit „zero emissions“ in 80 Tagen rund um die Welt.

Emissionsfrei von Paris nach Prag

Am 11. September startet in Paris die „Wave 2011“ (World Advanced Vehicle Expedition) nach Prag. Teams aus acht Nationen gehen dieses Mal voraussichtlich an den Start mit 24 Elektroautos und Fahrrädern. Die „Welle“ soll jedes Jahr wachsen und irgendwann werden 193 Länder teilnehmen, so viele wie die UNO Mitglieder hat, hofft Initiator Palmer. „Wenn Klimawechsel und Energiekrise jedem bewusst sind“, sagt er, „ist es an der Zeit, mit Lösungen aufzuwarten. Es spricht nichts dagegen, dass sieben Milliarden Menschen erneuerbare Energien nutzen.“

www.wave2011.net

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