Ausbildung heute: Wissen alleine reicht nicht
Im Oktober befasste sich das Unternehmermagazin Die News schwerpunktmäßig mit dem Thema Ausbildung. Medien, Politiker und Unternehmen beklagen die mangelnde Ausbildungsfähigkeit der Schulabgänger, das Fehlen von sozialer Kompetenz und Motivation. Doch woher kommen diese Defizite?
Bei meinen Gesprächen mit Politikern, Ausbildern, Firmenchefs, Lehrern, Eltern und Auszubildenden stellte ich fest, dass sich alle Beteiligten inzwischen darüber im Klaren sind, dass sie es nur gemeinsam schaffen werden, die Qualität der Ausbildung und die Zufriedenheit von Unternehmen und Auszubildenden sicher zu stellen. Über den Weg dorthin wird noch diskutiert. Klar ist: Es geht nicht mehr um die reine Wissensvermittlung, sondern auch darum, das Selbstbewusstsein und die Motivation der jungen Menschen zu stärken. Lehrer und Ausbilder werden zunehmend zum Coach, der dafür Sorge tragen muss, seine Schüler und Auszubildenden auf dem Weg in den neuen Lebensabschnitt Beruf zu begleiten und dafür zu sorgen, dass er sich zurechtfindet.
Der Pädagoge Ernst Fritz-Schubert, Schulleiter der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg , hat seine eigene – sehr plausible – Theorie, die von den Erkenntnissen der Ausbilder gestützt wird: „Aus Angst, dass unsere Kinder in der Leistungsgesellschaft versagen, konzentrieren wir uns zu sehr auf ihre Probleme. Doch wenn man Kindern nur ihre Schwächen vorhält, werden sie unglücklich und mutlos.“ Deshalb plädiert er für einen neuen pädagogischen Ansatz: „Das Glück unserer Kinder muss im Vordergrund stehen. Wer sich selbst gut kennt, wer lernt, seine Stärken zu fördern und an seinen Schwächen zu arbeiten, der lernt, glücklich zu sein. Er ist auch in schwierigen Lebenssituationen krisenfest.“
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