Familienunternehmen: Unternehmen mit Gesichtern

Familienunternehmen

Ich schreibe sehr gerne Unternehmensgeschichten und Unternehmerporträts. Das eine ist sowieso ohne das andere nicht denkbar. Unternehmen sind die Geschichten von Menschen, der Unternehmer, ihrer Familien und ihrer Mitarbeiter. Manchmal spiegelt sich darin die Geschichte eines ganzen Landstrichs, einer Branche oder sogar eines Landes.

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Familienunternehmen, Wachstum und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein Trend, den nicht zuletzt die Finanz- und Wirtschaftskrise hervorgebracht hat. Die Gesellschaft hat begonnen, darüber nachzudenken, ob das Streben nach Wachstum und immer mehr Gewinn noch richtig ist. Langsam setzt sich auch in der Wirtschaft die Erkenntnis durch, dass es noch etwas jenseits von Shareholder Value und Gewinnmaximierung geben muss.

Wunsch und Wirklichkeit

Der Umgang vieler Unternehmen mit der Krise hat gezeigt, dass langfristiges Denken um sich greift. Entgegen früherer Krisen setzten zum Beispiel viele auf Kurzarbeit statt Entlassungen. Trotzdem bleibt die Frage, was genau eigentlich unter Nachhaltigkeit zu verstehen ist. Die Familienunternehmen verstehen darunter, dass sie das Unternehmen langfristig führen, bedacht auf den Erhalt für die nächste Generation. Der Gedanke an die nächste Generation impliziert auch die Schonung von Ressourcen und den Erhalt einer gesunden Umwelt.

Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker fordert
eine Verzehnfachung der Ressourcenproduktivität.

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Trotzdem sind 2009 reihenweise Unternehmen in die Insolvenz gegangen, fast 40.000, darunter unzählige Familienunternehmen, teilweise Ikonen der deutschen Wirtschaftsgeschichte wie Märklin, Quelle, Rosenthal und Karmann. Haben Sie die Nachhaltigkeit aus den Augen verloren? Möglicherweise. Geringe Eigenkapitalquoten, mangelnde Kontrolle des wirtschaftlichen Handelns und einsame Entscheidungen sprechen zumindest dafür. Wie soll man Porsche und Schaeffler einordnen? Ist Ihnen die Bodenhaftung abhanden gekommen? Wie weit ist es her mit dem Bild des ehrbaren Kaufmanns? „Doch was haben moralische Kriterien wie Ehrbarkeit oder Ehrlichkeit mit erfolgreichem und nachhaltigem Wirtschaften zu tun?“, schrieb Florian Kolf im „Handelsblatt“. „Hieß nicht jahrelang die Devise: ‚Der Ehrliche ist der Dumme.’?“

Lernen von den Pionieren

Zunehmend erhebt sich in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob Wachstum und Nachhaltigkeit zwei Ziele sind, die sich vereinbaren lassen. Die „3. Arena für Nachhaltigkeit“ vom 15. bis 17. April im Bio-Seehotel in Zeulenroda, befasst sich genau damit. Viele Unternehmer sind bereits dabei, ihre Führungs- und Organisationsstrukturen so zu gestalten, dass sie besser zu den komplexen Herausforderungen der Zeit passen. Das gilt besonders für viele Pionierunternehmen aus der Nachhaltigkeitsbranche. Auf dem Kongress wird es darum gehen, wie diese Pioniere ihre Veränderungs- und Innovationsprozesse gestalten. Was wissen und können die Chefs und Manager diese Unternehmen? Woher beziehen sie ihre persönlichen Ressourcen, ihre Kraft? Wo stoßen sie an Grenzen? Und vor allem: Können die Erfahrungen dieser Pioniere für das Gros der Wirtschaft nutzbar gemacht werden?

Antworten auf diese Fragen präsentiert Dr. Ursula Versteegen von der Society for Organizational Learning in Cambridge, USA, in einer kleinen Dialogstudie, die sie mit zehn deutschen Unternehmenslenkern durchgeführt hat, erstmals bei der Arena für Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit statt Wachstum?

Prof. Dr. Meinhard Miegel stellt ständiges Wachstum in Frage.

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Professor Meinhard Miegel, Ökonom und Vorsitzender der Stiftung Denkwerk Zukunft, wird auf dem Kongress für eine Ökonomie ohne Wachstumszwang plädieren. Eine Welt, eine Ökonomie ohne Wachstum können und wollen sich die meisten nicht vorstellen. Das Wachstum der Wirtschaft, so die Grundüberzeugung, also die Produktion und der Verkauf von immer mehr Gütern und Dienstleistungen, sei die Basis allen Wohlstands, so das allgemeine Credo. Um die Krise zu bewältigen setze die Bundesregierung daher mit dem „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ voll und ganz auf dieses eine Pferd. Und niemand, weder Opposition noch Gewerkschaften, hinterfragten dieses Ziel – in Zeiten, da viele Menschen ohne Arbeit und ausreichendes Einkommen dastünden, so der Professor. In dasselbe Horn stößt Professor Ernst Ulrich von Weizsäcker: „Die industrielle Revolution hat eine Verzwanzigfachung der Arbeitsproduktivität hervorgebracht. Die nächste technologische Revolution sollte eine Verzehnfachung der Ressourcenproduktivität schaffen.“

In Diskussionen mit Unternehmern, Politikern und anderen Wissenschaftlern wird darüber diskutiert werden, ob Unternehmenserfolg, der auf Nachhaltigkeit basiert statt auf Wachstum erreicht werden kann, was nachhaltige Führung wirklich bedeutet und welchem Wandel sich die Unternehmen stellen müssen, um tatsächlich nachhaltig zu wirtschaften.

www.nachhaltigkeitsarena.de
 
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