Mittwoch, 22. Februar 2012

Rohstoff-Knappheit

Heute habe ich mich mit dem Chef eines Recyclingunternehmens unterhalten. Dabei wurde mir zum ersten Mal so richtig bewusst, was eigentlich Rohstoff-Knappheit heißt. Natürlich – auch ich weiß, dass die Rohstoffvorräte endlich sind; dass Schwellenländer wie China und Indien einen enormen Bedarf an allen möglichen Rohstoffen haben und deshalb die Preise nach oben gehen. Trotzdem war es eher theoretisches Wissen.

Rohstoffe

Mein Gesprächspartner sagte unter anderem, dass China in etwa 20 Jahren bereits 90 Prozent aller Rohstoffe verbrauchen würde. Für den Rest der Welt wären dann gerade einmal zehn Prozent übrig. Das sind unglaubliche Zahlen. Und da setzen wir alle unsere Hoffnungen auf Elektroautos die mit Lithium-Batterien betrieben werden. Es wird nicht lange reichen, wenn die ganze Welt mit solchen Autos fahren möchte. Oder was ist mit den so genannten Seltenen Erden, die in unseren PCs verarbeitet werden? Die Vorkommen befinden sich größtenteils in China. Die Liste ließe sich beliebig verlängern.

14 Prozent der Rohstoffe, die in Deutschland verwendet werden, sind inzwischen Sekundärrohstoffe, also recycelte Rohstoffe, aber es müssen noch viel mehr werden. Außerdem muss man die Effizienz erhöhen. „Es wird noch viel zu viel vergeudet“, wie mein Gesprächspartner sagte. Und die Rohstoff-Knappheit bezieht sich nicht nur auf Metalle, Öl und Gas, sondern sogar auf Baumwolle oder Kunststoffe. Die Frage wird irgendwann nicht mehr sein, wie viel können wir recyceln, sondern wahrscheinlich eher: Sind wir in der Lage so fundamental neue Materialien zu entwickeln, dass wir (zumindest einige) Rohstoffe durch Kunstprodukte ersetzen können, für deren Herstellung wir die Erde nicht ausbeuten müssen?

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