Zu meinem Geburtstag bekam ich einen Flug im Flugsimulator geschenkt. Eine Stunde lang sollte ich einen Airbus A320 fliegen, inklusive Start und Landung. Was für eine seltsame Idee. Ich wusste nicht so richtig, ob ich mich freuen sollte oder nicht.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich finde es jetzt gar nicht mehr so daneben, wenn die Passagiere im Flugzeug nach einer geglückten Landung klatschen. Ich fand es schon schwierig, den Vogel auf der Rollbahn geradeaus zu halten. Ohne meinen Instruktor Tony wäre ich wahrscheinlich in der Wiese gelandet.

Simulator
Simulator

Das EVS Flighttraining befindet sich in Berlin-Schönefeld. Von außen sieht der Simulator unspektakulär aus, aber innen befindet man sich im Cockpit eines Airbus A320, das noch vor wenigen Jahren Teil eines realen Flugzeugs war. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich war zunächst einmal überwältigt von den zahlreichen Anzeigen und Instrumenten, doch Tony erklärte geduldig, was ich als „Pilot“ wissen musste und beantwortete auch jede Frage. Dann ging es los, von Berlin Schönefeld/BER nach Tegel.

Schon nach wenigen Minuten hatte ich vergessen, dass wir uns am Boden befanden. Geräusch, Bewegung, Landschaft, Himmel – alles fühlte sich echt an, sogar die eine oder andere Turbulenz, die Tony einspielte.

Außerdem brauchte ich meine ganze Konzentration, um auf meiner Flugroute zu bleiben und den Höhenmesser im Auge zu behalten. Aber das Gefühl, abzuheben war toll. Der Landeanflug kam viel zu schnell und als Tony sagte, es gebe zwar das Instrumentenlandesystem ILS, das mich unterstützen würde, aber landen müsse ich schon selbst, wurde mir etwas mulmig. Ich sah mich schon zu Boden krachen – natürlich völliger Blödsinn, denn wir waren ja am Boden.

Mit Tonys Hilfe gelang mir die Landung, aber klar war auch: Ohne ihn hätte das nicht geklappt, auch wenn er etwas von „butterweich“ murmelte. Und obwohl die zweite Landung etwas holpriger war – ich glaube, wenn ich wieder in Berlin bin, möchte ich nochmal fliegen, vielleicht den Hubschrauber – Rettungseinsatz in den Bergen oder House-Hopping in New York – oder doch nochmal den A320?