Um gleich mal mit jedem Zweifel aufzuräumen: Natürlich ist es sinnvoll und wünschenswert, die Luftqualität zu verbessern. Doch die derzeitige Diskussion um Fahrverbote und Feinstaub trägt hysterische Züge. Kaum jemand befasst sich mit der Realität, sonst würden einige von uns nur noch unter Protest und mit Atemmaske arbeiten gehen. Während nämlich 40 Mikrogramm Stickoxide pro Kubikmeter Luft am Straßenrand im Jahresmittel als Obergrenze gelten, gilt an manchen Arbeitsplätzen die „Mittlere Arbeitsplatz-Konzentration (MAK)“ – die beträgt 950 Mikrogramm Stickoxid.

Nein, kein Tippfehler – bei der Arbeit dürfen wir theoretisch fast das 24-Fache an Stickoxiden einatmen wie am Straßenrand bevor es gefährlich wird. Wie kann das sein? Ganz einfach: Die Grenzwerte kamen auf unterschiedliche Art und Weise zustande. Für den Arbeitsplatz wurden toxikologische Untersuchungen durchgeführt, für die Straße epidemiologische. Bei letzteren ging es nicht einmal ausschließlich um Stickoxide, sondern ihr Vorhandensein wurde als „starker Hinweis auf Fahrzeugemissionen“ betrachtet.

Selektive Wahrnehmung

Die Autoindustrie in Deutschland hat durch ihre Tricksereien und Lügen die Diskussion erst so richtig befeuert. Mittlerweile interessiert sich kaum noch jemand dafür, dass die Luft in den letzten Jahren sehr viel besser geworden ist, dass seit Einführung des Katalysators hochgiftige Schadstoffe wie Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und Asbest so gut wie verschwunden sind. Auch Blei ist längst kein Thema mehr. Doch dank der Betrügereien der Autohersteller hat sich eine selektive Wahrnehmung breit gemacht, die nur noch den Teufel Diesel sieht, der uns alle krank macht. Dass vielen von uns der Schadstoffausstoß ziemlich egal ist, wenn wir ein Auto kaufen wird ebenfalls ausgeblendet.

Der Betrug der Autoindustrie ist die Gelegenheit für alle, die sich wichtigmachen möchten oder glauben, sich besser positionieren zu können. Politiker wollen nichts mehr davon wissen, dass auch sie den Diesel als saubere Alternative zum Benziner gelobt haben und jeder schreit nach dem Elektroauto. Wir alle wollen E-Mobility. Das hört sich toll an und so umweltbewusst. Für mich bleiben aber viele Fragen offen, nicht zuletzt die, woher der Strom für all die schönen Elektroautos kommen soll. Wieso bitte interessiert sich kaum ein Umweltschützer oder Grüner für die Entsorgung der hochgiftigen Batterien? Wird sich schon finden? Und was ist aus dem Elektrosmog geworden? Sind wir absolut sicher, dass E-Autos damit nichts zu tun haben?

>Wer einmal lügt…

…dem glaubt man nicht. So geht es zurzeit den deutschen Automobilbauern – zu Recht, wie ich betonen möchte. Tatsächlich kommt aus den Auspuffrohren der italienischen, französischen oder gar amerikanischen Autos nicht weniger Dreck als aus denen der deutschen, aber keiner von denen hat gelogen, zumindest hat sich keiner dabei erwischen lassen.

Wer seine eigenen Werte mit Füßen tritt, darf nicht auf Verständnis hoffen. Verlorenes Vertrauen lässt sich nicht einfach zurückgewinnen und schon gar nicht damit, dass man die Kleinen hängt und die Großen davon kommen lässt. Insofern schaufelt sich die deutsche Autoindustrie gerade ihr eigenes Grab, tatkräftig unterstützt von der Politik und allen Gutmenschen, die sich dazu berufen fühlen. Schlimm nur, dass davon Hunderttausende von Arbeitsplätzen betroffen sein werden und zwar nicht nur in der Autoindustrie.

Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens auch ein Artikel aus der Automobilwoche.